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Den richtigen Luftfilter wählen: Filtertechnik in RLT-Anlagen (ISO 16890)

Filtertechnik, ISO 16890

Die passende Filterstufe schützt Menschen und Gerät. Entscheidend sind Außenluft, Nutzung und der Druckverlust im Betrieb.

Filtertechnik in RLT-Anlagen ist mehr als die Frage, wann ein Filter gewechselt wird. Sie legt fest, welche Partikel vor dem Raum und welche vor empfindlichen Gerätebauteilen abgefangen werden. Der vorhandene Beitrag zu Filterklassen und Filterwechsel erklärt den Betrieb; hier geht es um die Auswahl der Filterstufen im Gerät.

Kurz gesagt: ISO 16890 bewertet Luftfilter nach der Partikelgröße, die sie abscheiden. Eine sinnvolle Filterkette richtet sich nach Außenluft und Raumnutzung, nicht nach dem Etikett „fein“ allein. Jeder zusätzliche Druckverlust gehört mit in die Auslegung.

Welche Filterstufen braucht eine RLT-Anlage?

In vielen Zuluftgeräten arbeiten zwei Stufen hintereinander. Der Vorfilter hält gröbere Fracht zurück und schützt den nachgeschalteten Feinfilter sowie Register und Wärmerückgewinnung. Die zweite Stufe wird nach der gewünschten Zuluftqualität gewählt. Ob eine Stufe genügt oder zwei nötig sind, hängt unter anderem von Standort, Außenluftansaugung, Betriebszeit und Nutzung ab.

ISO-16890-Gruppe Was bewertet wird Typische Aufgabe im Gerät
ISO Coarse grobe Partikel Vorfilter, Geräteschutz
ePM10 Partikel bis PM10 häufige Stufe für Büro und öffentliche Nutzung
ePM1 sehr feine Partikel erhöhte Anforderungen nach Nutzung und Außenluft

Die Prozentangabe hinter ePM1, ePM2,5 oder ePM10 gehört immer dazu: Sie beschreibt den Abscheidegrad in der jeweiligen Partikelfraktion (ISO 16890). „ePM1 50 %“ und „ePM1 80 %“ sind deshalb nicht derselbe Filter.

Welche Bauform passt wohin?

Taschenfilter bieten viel Filterfläche bei geringem Bauraum und sind in vielen zentralen Geräten üblich. Kompaktfilter sind steifer gebaut und kommen zum Einsatz, wenn Bauform, Dichtheit oder Platz das verlangen. Aktivkohlefilter sind keine allgemeine Feinfilterstufe: Sie werden eingesetzt, wenn gasförmige Gerüche oder Schadstoffe am Standort eine Zusatzaufgabe darstellen. Ihre Wirksamkeit hängt von Stoff, Menge und Standzeit ab.

Ein Filter soll sauber im Rahmen sitzen. Undichte Bypässe lassen Luft am Medium vorbeiströmen; eine hohe Filterklasse auf dem Lieferschein hilft dann nicht.

Wie werden Außenluft und Nutzung zusammen bewertet?

An einer stark befahrenen Straße ist die Partikellast anders als an einem ländlichen Standort. Büros, Schulen, Praxen oder sensible Produktionsbereiche stellen wiederum unterschiedliche Anforderungen an die Zuluft. VDI 6022 Blatt 1 verlangt für hygienisch betriebene RLT-Anlagen eine geeignete Filterung und einen zugänglichen, wartbaren Einbau. Die konkrete Filterauswahl gehört daher in Planung und Hygiene-Konzept, nicht erst in den Austauschauftrag.

Klartext: Ein besonders feiner Filter ist nicht automatisch die richtige Wahl. Er kann früher Druckverlust aufbauen. Zu grob gewählt schützt er Nutzung und Gerät möglicherweise nicht ausreichend.

Was bedeutet der Druckverlust für den Betrieb?

Mit zunehmender Beladung steigt der Widerstand. Ventilatoren müssen diesen Widerstand überwinden; deshalb werden Differenzdruck und Hersteller-Enddruck regelmäßig geprüft. Der Wechselzeitpunkt folgt der Herstellervorgabe und dem tatsächlichen Messwert, nicht einem starren Kalenderdatum (VDMA 24186-1). Mehr dazu steht im verlinkten Filter-Beitrag.

Welche Filterkette ist im Bestand zu prüfen?

Im Bestand beginnt die Bewertung nicht mit einer neuen Filterbestellung. Zuerst wird festgestellt, wo die Außenluft angesaugt wird, welche Filterrahmen vorhanden sind und ob zwischen Vor- und Feinfilter ausreichend Platz für einen sicheren Wechsel bleibt. Auch die Richtung des Luftstroms und die Dichtungen am Rahmen werden geprüft. Ein falsch herum eingesetzter Filter oder ein offener Rahmen kann die geplante Filterwirkung aufheben.

Danach werden die Betriebsdaten gelesen: Luftmenge, Differenzdruck vor und nach dem Filter, Meldungen der Regelung und der bisher verwendete Enddruck. Hat sich die Nutzung geändert, etwa von Lager zu Büro, kann auch die ursprüngliche Auswahl neu bewertet werden. Der Filterwechsel ist ein geeigneter Termin, um diese Punkte sauber zu dokumentieren.

Was verlangt die Hygiene von Filtereinbau und Wechsel?

Filter dürfen nicht feucht gelagert oder mit beschädigtem Medium eingebaut werden. Beim Wechsel muss verhindert werden, dass abgelagerter Staub in das Gerät oder den Raum gelangt. Die Entsorgung, der saubere Sitz und die Dokumentation gehören deshalb zum Arbeitsablauf. VDI 6022 Blatt 1 stellt Anforderungen an hygienisch geeignete Komponenten und die Instandhaltung von RLT-Anlagen.

Für Betreiber ist vor allem wichtig, dass ein Filterwechsel nachweisbar bleibt. Eine Angabe zu Typ, Einbauort, Datum und Differenzdruck macht später verständlich, warum der Wechsel erfolgte. Das hilft auch, wenn eine Störung oder eine auffällige Luftqualität eingeordnet werden muss. Zum Zusammenhang von Filterzustand und Hygienepflicht verlinken wir auf den Beitrag VDI 6022 für Betreiber.

Woran erkennen Betreiber eine unpassende Filterauswahl?

Ein Filterproblem zeigt sich selten nur an einer Meldung im Display. Wiederkehrend hohe Differenzdruckwerte, ein auffälliger Luftgeruch nach dem Wechsel oder Staubspuren hinter dem Filter sind Gründe, genauer hinzusehen. Auch Beschwerden aus einzelnen Räumen gehören in die Betrachtung, allerdings nicht vorschnell zum Filter: Luftmenge, Luftverteilung und die Nutzung des Raums können ebenso eine Rolle spielen.

Für die Prüfung hilft eine kleine Bestandsaufnahme. Betreiber sollten festhalten, welcher Filter eingesetzt wurde, wo er sitzt, wann er gewechselt wurde und welche Meldung oder Beobachtung vorliegt. Ein Foto des Typenschilds und des Filterrahmens verhindert Verwechslungen bei der nächsten Bestellung. Die Unterlagen zeigen außerdem, ob der bisherige Filtertyp überhaupt zur vorgesehenen Filterkette gehört.

Nicht sinnvoll ist es, einen Filter auf Verdacht durch eine höhere Klasse zu ersetzen. Passt der neue Filter nicht zum Ventilator oder zum verfügbaren Druck, kann die Luftmenge leiden. Umgekehrt darf ein leichtgängigerer Filter nicht gewählt werden, wenn seine Abscheidung für Außenluft und Nutzung nicht reicht. Die Auswahl ist deshalb immer eine Abwägung aus Schutzwirkung, Druckverlust, Dichtheit und Wartbarkeit.

Welche Checkliste hilft vor der Filterbestellung?

Vor einer Bestellung helfen vier zusätzliche Fragen jenseits der Bestandsprüfung: Liegt eine aktuelle Dokumentation zu Typ und Abmessung vor? Ist ein Ersatzfilter für die Übergangszeit vorrätig oder rechtzeitig geordert? Steht fest, wer den Wechsel durchführt und abnimmt? Und passt der Termin zum Betrieb, etwa außerhalb der Kernnutzungszeiten? Bei beschädigten Rahmen, feuchten Filtern oder Staub hinter dem Filter sollte nicht bis zum nächsten Routinetermin gewartet werden.

So gehen wir bei AMS vor

Wir erfassen Ansaugort, Nutzung, vorhandene Filterstufen, Bauform und die gemessenen Druckwerte. Dann prüfen wir, ob die Stufen zusammenpassen und ob Rahmen, Dichtungen und Revisionszugang funktionieren. Bei der Wartung wird der Zustand nachvollziehbar dokumentiert. AMS arbeitet herstellerunabhängig und nach VDI 6022 geschult.

Häufige Fragen zur Filtertechnik in RLT-Anlagen

Ersetzt Aktivkohle einen Partikelfilter?

Nein. Aktivkohle ist eine Zusatzstufe für bestimmte gasförmige Belastungen; Partikel werden über geeignete Partikelfilter behandelt.

Darf die Filterklasse im Bestand einfach erhöht werden?

Das sollte vorab geprüft werden. Höherer Druckverlust kann Luftmenge, Ventilatorreserve und Regelung beeinflussen.

Was gehört in die Dokumentation?

Filtertyp, Einbauort, Differenzdruck, Wechsel und Auffälligkeiten sollten nachvollziehbar festgehalten werden.

Ist ein niedriger Druckverlust immer gut?

Nicht allein. Er kann auf einen neuen oder groben Filter hinweisen. Entscheidend ist, ob die gewählte Klasse die geforderte Abscheidung erreicht und die Luftmenge stimmt.

Sie möchten Filterstufen oder den Zustand Ihrer Anlage prüfen lassen? Senden Sie uns die Gerätedaten und Nutzung über das Kontaktformular unter diesem Beitrag.

    AMS als Ansprechpartner im Münsterland

    AMS Klima- und Lüftungstechnik ist ein zweifach geführter Meisterbetrieb aus Dülmen. Wir planen und bauen Lüftungsanlagen herstellerunabhängig – von der ersten Volumenstrom-Berechnung über die Montage bis zur Wartung. Unsere Mitarbeiter sind nach VDI 6022 geschult, Kontakt läuft direkt über den Betrieb, nicht über eine Hotline: Sie schildern uns Ihr Vorhaben, wir lesen uns vorab ein und melden uns werktags binnen 48 Stunden.

    Sie überlegen, ob sich eine Lüftungsanlage für Ihr Gebäude lohnt?

    Schicken Sie uns über das Kontaktformular unter diesem Beitrag ein paar Eckdaten zu Ihrem Gebäude – wir schauen uns das an und sagen Ihnen ehrlich, was technisch sinnvoll ist und was nicht.

    Fachlich geprüft von Andre Schlerkmann, Geschäftsführer

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