Wärmerückgewinnung ist nicht der einzige Hebel
Über Wärmerückgewinnung (WRG) und was ein hoher Rückgewinnungsgrad tatsächlich für die Heizkosten bedeutet, haben wir bereits in einem eigenen Beitrag ausführlich geschrieben. Hier geht es um das, was danach kommt: Eine WRG allein macht aus einer schlecht betriebenen Anlage keine effiziente Anlage. Der größte Teil der laufenden Energiekosten einer RLT-Anlage entsteht nicht am Wärmetauscher, sondern im täglichen Betrieb – bei den Ventilatoren, der Regelung und der Instandhaltung.
Hebel 1: EC-Ventilatoren statt fester Drehzahl
Klassische Ventilatoren mit fester Drehzahl laufen unabhängig vom tatsächlichen Bedarf durch. EC-Ventilatoren (elektronisch kommutierte Motoren) passen ihre Drehzahl stufenlos an den benötigten Volumenstrom an und verbrauchen dadurch im Teillastbetrieb deutlich weniger Strom als drehzahlfeste Systeme. Da Lüftungsanlagen die meiste Zeit nicht unter Volllast laufen, ist das oft der Hebel mit dem größten spürbaren Effekt im Betrieb.
Hebel 2: Bedarfsgeführte Regelung statt Dauerbetrieb
Eine Anlage, die rund um die Uhr mit voller Leistung läuft, verbraucht Energie, die niemand braucht. Bedarfsgeführte Regelung passt den Volumenstrom an die tatsächliche Nutzung an:
- CO₂-Sensorik, die Volumenstrom an die tatsächliche Personenzahl im Raum koppelt
- Zeitprogramme, die Betriebszeiten auf Nutzungszeiten abstimmen – kein Vollbetrieb außerhalb der Öffnungs- oder Arbeitszeit
- Präsenzmelder in Räumen mit wechselnder Belegung
- Nachtabsenkung, angepasst an das jeweilige Gebäude
Wichtig dabei: Bedarfsgeführte Regelung darf die Mindestanforderungen an die Raumluftqualität nicht unterschreiten – das ist eine Frage der sauberen Einstellung, nicht des Sparens um jeden Preis.
Hebel 3: Hydraulischer Abgleich und Kanalnetz
Ein schlecht abgeglichenes Kanalnetz zwingt Ventilatoren, gegen unnötigen Widerstand zu arbeiten.
Ein sauberer hydraulischer Abgleich, glatte Kanalführung ohne unnötige Umlenkungen und eine gedämmte Kanalführung reduzieren den Druckverlust im System – und damit den Stromverbrauch der Ventilatoren, ohne dass am Gerät selbst etwas verändert werden muss.
Hebel 4: Filterwartung – der unterschätzte Hebel
Ein zugesetzter Filter erhöht den Druckverlust im System spürbar.
Die Ventilatoren müssen mehr Leistung aufbringen, um denselben Luftvolumenstrom zu fördern – der Wirkungsgrad der gesamten Anlage sinkt, selbst wenn der Wärmetauscher unverändert gut arbeitet. Regelmäßiger Filterwechsel im Rahmen der Wartung ist deshalb kein reines Hygienethema, sondern direkt ein Energiethema.
Hebel 5: Richtig dimensionieren statt überdimensionieren
Eine überdimensionierte Anlage läuft dauerhaft im ineffizienten Teillastbereich.
Eine sauber auf den tatsächlichen Bedarf ausgelegte Anlage – weder zu groß noch zu knapp bemessen – ist über die gesamte Lebensdauer der wirtschaftlichere Weg.
Das beginnt bei der Planung, nicht erst im Betrieb.
Wie sich die Hebel zusammen auswirken
Keiner dieser Hebel wirkt isoliert Wunder. Aber in Kombination – effiziente Ventilatoren, bedarfsgerechte Regelung, sauberes Kanalnetz, gepflegte Filter und eine passend dimensionierte Anlage mit funktionierender Wärmerückgewinnung – lässt sich der Energieverbrauch einer RLT-Anlage über die Betriebsjahre spürbar senken.
Wie viel genau, hängt vom Ausgangszustand Ihrer Anlage ab und lässt sich nur nach einer Vor-Ort-Prüfung seriös beziffern.
Häufige Fragen zur Energieeffizienz von Lüftungsanlagen
Was bringt am meisten: neue Wärmerückgewinnung oder neue Ventilatoren?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Bei einer alten Anlage mit drehzahlfesten Ventilatoren im Dauerbetrieb ist oft die Regelungstechnik der größere Hebel. Bei einer Anlage mit veralteter, ineffizienter WRG kann der Wärmetauscher der wichtigere Ansatzpunkt sein. Eine Bestandsaufnahme vor Ort zeigt, wo der größte Effekt zu erwarten ist.
Lohnt sich eine Nachrüstung bei einer bestehenden Anlage?
Häufig ja, insbesondere bei älteren Anlagen mit drehzahlfesten Ventilatoren oder ohne bedarfsgeführte Regelung. Ob sich eine Nachrüstung im konkreten Fall wirtschaftlich rechnet, hängt vom Zustand der Bestandsanlage und den Investitionskosten ab.
Kann ich die Regelung nachträglich auf CO₂-Steuerung umstellen?
In vielen Fällen ja, sofern die vorhandene Regelungstechnik dafür Schnittstellen bietet. Das prüfen wir bei einer Vor-Ort-Begehung Ihrer Anlage.
AMS prüft Ihre Anlage ehrlich
AMS Klima- und Lüftungstechnik ist ein zweifach geführter Meisterbetrieb aus Dülmen. Wir sind herstellerunabhängig und nach VDI 6022 geschult – bei einer Energieeffizienz-Prüfung schauen wir uns Ihre gesamte Anlage an, nicht nur einen Teil davon, und sagen Ihnen ehrlich, welcher Hebel bei Ihnen den größten Effekt bringt. Kontakt läuft direkt über den Betrieb, wir melden uns werktags binnen 48 Stunden.
Sie wollen wissen, wo Ihre Anlage Energie verschenkt?
Schildern Sie uns über das Kontaktformular unter diesem Beitrag Ihre Anlage – wir sagen Ihnen, welche der genannten Hebel sich bei Ihnen konkret lohnen.