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Lüften nach Bedarf: Wann sich CO₂- und Präsenzfühler rechnen

Regelung, CO₂

Sensoren sparen nur dann Energie, wenn sie zum Raum, zur Luftführung und zur Regelung passen.

Bedarfsgerecht lüften heißt: Die Anlage fördert Luft nach tatsächlicher Belegung und Last statt dauerhaft nach einem starren Maximalwert. Besonders Besprechungsräume, Handel und Bereiche mit wechselnder Nutzung sind dafür Kandidaten.

Kurz gesagt: CO₂- und Präsenzfühler können bei stark schwankender Belegung Energie sparen. Sie ersetzen weder eine passende Auslegung noch die Prüfung von Feuchte, Schadstoffen und Mindestluftmenge.

Wann passt eine bedarfsgerechte Regelung?

Das Potenzial ist dort am größten, wo Belegung unvorhersehbar, kurzzeitig oder stark schwankend ist. Bei dauerhaft voller Halle ist der Spielraum kleiner. Die Quelle nennt je nach Anwendung Einsparpotenziale; diese Werte sind nicht auf jedes Gebäude übertragbar und deshalb keine Zusage für den Einzelfall.

Situation Sinnvoller Impuls Was zusätzlich prüfen?
Besprechungsraum CO₂ und Präsenz Nachlauf, Raumgröße
Handel Präsenz und Zeitprogramm Türbetrieb, Spitzenzeiten
Büro CO₂ Belegung, Fensterbetrieb
Feuchtebereich Feuchte Entfeuchtung und Hygiene

Was misst ein CO₂-Fühler – und was nicht?

CO₂ ist ein brauchbarer Belegungsindikator, aber kein Universalsensor für jede Last. Nach ASR A3.6 ist der Außenluftvolumenstrom einer RLT-Anlage in Arbeitsstätten so auszulegen, dass eine CO₂-Konzentration von 1.000 ppm eingehalten wird (ASR A3.6, Nr. 6.3 und Tabelle 1). Bei Gerüchen, Feuchte oder Prozessstoffen braucht die Regelung passende zusätzliche Signale. Der Beitrag Lüftungsplanung im Büro  ordnet das ein.

Wann rechnen sich Sensoren nicht allein?

Wenn Klappen, Volumenstromregler oder die Gebäudeautomation den Wert nicht sauber umsetzen, bleibt der Nutzen aus. Ebenso kritisch sind falsch platzierte oder nicht geprüfte Sensoren. Ein Fühler direkt an einem Auslass misst nicht zwingend die Raumluft, die für die Nutzer relevant ist. Vor einer Investition sollten Lastprofil, vorhandene Regelung, Luftmengen und Betriebsstunden erfasst werden.

So gehen wir bei AMS vor

Wir prüfen Nutzung, vorhandene Sensorik, Luftführung und Regelmöglichkeiten gemeinsam. Daraus entsteht ein Vorschlag mit Messpunkten und einem Betriebskonzept; erst dann ist eine Wirtschaftlichkeitsrechnung belastbar. Als Meisterbetrieb bringt AMS dabei geschulten Blick auf Betrieb und Hygiene mit.

Schildern Sie uns Raumart, Belegung und Anlage über das Kontaktformular.

Wie wählen Sie den passenden Fühler für den Raum?

Die Raumfunktion entscheidet vor der Sensortechnik. In einem Besprechungsraum ist CO₂ oft ein brauchbarer Hinweis auf die Personenbelegung. In einem Verkaufsbereich kann Präsenz das Zeitprogramm ergänzen. Bei Feuchte, Gerüchen oder betrieblichen Stoffen reicht weder ein CO₂- noch ein Präsenzsignal allein. Der Faktenblock nennt CO₂, Feuchte, Schadstoffe, Mindestaußenluftmenge, Temperatur und Prozesswerte als mögliche Kriterien für einen bedarfsgerechten Volumenstrom.

Präsenz meldet vor allem, ob jemand im Bereich ist. Sie sagt nicht, wie viele Personen anwesend sind, wie lange sie bleiben oder ob die Luftqualität bereits belastet ist. CO₂ bildet Belegung besser ab, reagiert aber zeitversetzt und ersetzt keine Bewertung anderer Lasten. Deshalb sollte der Regler immer eine sichere Untergrenze und eine passende Nachlaufstrategie haben. Nach ASR A3.6 ist der Außenluftvolumenstrom einer RLT-Anlage so auszulegen, dass eine CO₂-Konzentration von 1.000 ppm eingehalten wird; zwischen 1.000 und 2.000 ppm nennt die Regel Maßnahmen wie eine Erhöhung des Außenluftvolumenstroms (ASR A3.6, Nr. 4.2 mit Tabelle 1 und Nr. 6.3).

Wo werden CO₂- und Präsenzfühler richtig platziert?

Ein Sensor gehört in die Luft, die die Nutzenden tatsächlich atmen. Direkt am Zuluftauslass, in einem Totwinkel oder dicht an einer Tür kann er ein verzerrtes Bild liefern. Prüfen Sie vor dem Einbau Luftführung, typische Sitz- oder Arbeitsbereiche, Wärmequellen und die Zugänglichkeit für Prüfung und Reinigung. In großen oder verwinkelten Bereichen kann ein einzelner Messpunkt die Nutzung nicht ausreichend abbilden.

Wichtig ist auch die Verbindung zur Anlage. Der beste Fühler hilft nicht, wenn Volumenstromregler fest stehen, Klappen nicht sauber arbeiten oder die Gebäudeautomation den Wert nur anzeigt. Legen Sie daher fest, welche Größe der Sensor verändert: Luftmenge einer Zone, Freigabe des Geräts, Nachlauf oder nur eine Meldung. Der bestehende Beitrag Lüftungsplanung im Büro erklärt, warum Auslegung und Luftführung die Grundlage bleiben.

Wie testen Sie die Regelung vor dem Dauerbetrieb?

Beginnen Sie mit einer Beobachtungsphase. Vergleichen Sie Sensorwert, Belegung, Luftmenge, Ventilatordrehzahl und Rückmeldungen aus dem Raum. Prüfen Sie bewusst unterschiedliche Zustände: leerer Raum, normale Nutzung, volle Nutzung und der Übergang nach Ende einer Besprechung. So wird sichtbar, ob die Regelung zu spät reagiert, zu früh absenkt oder unnötig nachläuft.

Danach folgt ein Funktionstest der Sicherheitsgrenzen. Bei Ausfall eines Fühlers darf die Anlage nicht in einen unklaren Sparmodus fallen. Auch manuelle Übersteuerungen, Reinigungszeiten und Sondernutzungen müssen im Konzept vorkommen. Eine gute Regelung lässt sich später verstehen: Betreiber erkennen, warum sie gerade mehr oder weniger Luft liefert.

Welche Fehler sollten Betreiber vor der Investition ausschließen?

Prüfpunkt Typischer Fehler Bessere Entscheidung
Raumnutzung Sensor wird nach einem Durchschnittsraum gewählt Nutzung und Spitzenbelegung aufnehmen
Luftführung Messung nahe Auslass oder Tür repräsentativen Aufenthaltsbereich wählen
Regelung Signal bleibt ohne Wirkung Stellglieder und Automationslogik prüfen
Mindestbetrieb Absenkung ohne Schutzgrenze Hygiene und Prozessbedarf dokumentieren
Auswertung nur der Sensorwert wird betrachtet Energie und Raumdaten gemeinsam bewerten

Eine qualitative Wirtschaftlichkeitsbetrachtung vergleicht nicht nur Anschaffung und Stromtrend. Sie fragt: Wie lange ist der Raum tatsächlich leer? Welche Luftmenge wird heute unnötig gefördert? Reagiert die Anlage bereits drehzahlgeregelt? Und entstehen bei einer Absenkung neue Beschwerden oder Feuchteprobleme? Erst diese Antworten zeigen, ob Sensorik ein sinnvoller Hebel ist.

Was sollte der Betreiber vorbereiten?

Sinnvoll sind Grundriss, aktuelle Zeitprogramme, bekannte Beschwerden, Angaben zu wechselnder Belegung und vorhandene Trenddaten. Hilfreich sind auch Fotos der Regelung und Unterlagen zu Zonen, Klappen und Volumenstromreglern. So lässt sich vor Ort schnell unterscheiden, ob ein zusätzlicher Fühler fehlt oder ob vorhandene Technik nur falsch parametriert ist.

Häufige Fragen zu bedarfsgerechter Lüftung

Ersetzt Präsenz CO₂? 

Nein. Präsenz erkennt Anwesenheit, CO₂ kann die Belegungswirkung abbilden. Welche Größe reicht, hängt von Raum und Lasten ab.

Kann ein CO₂-Fühler alle Luftqualitätsprobleme erkennen? 

Nein. Feuchte, Gerüche und Prozessstoffe brauchen gegebenenfalls eigene Signale.

Ist weniger Luft immer besser? 

Nur soweit Mindestluftmenge, Luftqualität, Feuchte und betriebliche Anforderungen sicher eingehalten werden.

    AMS als Ansprechpartner im Münsterland

    AMS Klima- und Lüftungstechnik ist ein zweifach geführter Meisterbetrieb aus Dülmen. Wir planen und bauen Lüftungsanlagen herstellerunabhängig – von der ersten Volumenstrom-Berechnung über die Montage bis zur Wartung. Unsere Mitarbeiter sind nach VDI 6022 geschult, Kontakt läuft direkt über den Betrieb, nicht über eine Hotline: Sie schildern uns Ihr Vorhaben, wir lesen uns vorab ein und melden uns werktags binnen 48 Stunden.

    Sie überlegen, ob sich eine Lüftungsanlage für Ihr Gebäude lohnt?

    Schicken Sie uns über das Kontaktformular unter diesem Beitrag ein paar Eckdaten zu Ihrem Gebäude – wir schauen uns das an und sagen Ihnen ehrlich, was technisch sinnvoll ist und was nicht.

    Fachlich geprüft von Andre Schlerkmann, Geschäftsführer

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